Vorstellung des Tierheim Pinos Puente durch Kathrin Mertens, Vorstandsmitglied...
Das kleine Tierheim existiert seit Mitte der neunziger Jahre. Die Krankenschwester, Carmen Suarez, kaufte ausserhalb des Dorfes Pinos Puente ein grosses Grundstück in einem Olivenhain für die Hunde, die sie an Strassenrändern, in Gräben oder sogar in Mülltonnen abgemagert oder verletzt fand. 1997 durch zwei Jagdhunde, die mir in Malaga zugelaufen waren, die ich aber nicht in meinem kleinen Stadthaus halten konnte, lernte ich Carmen kennen und merkte, dass sie dringend Hilfe benötigte. Alleine und krank (sie ist an Brustkrebs erkrankt und leider immer noch nicht geheilt) versorgte sie ungefähr vierzig Hunde. Sie war ihrer gut gemeinten Aufgabe nicht mehr gewachsen. Die Hunde waren teilweise in kleinen Zwingern untergebracht, kamen am Tag nur einmal kurz in ein Freilaufgehege waren abgemagert und sahen krank aus.
Carmen Suarez und Maite Castrejon
Kathrin Mertens
Seit 10 Jahren fahre ich nun mindestens zweimal die Woche nach Pinos Puente und helfe wo ich nur kann. Meine Eltern, Schwestern und Freunde aus meiner Heimatstadt Lippstadt wurden mit Hunden aus dem Tierheim beschenkt.
Ich engagierte einen älteren Herrn, Jerónimo der hauptberuflich im städtischem Tierheim Granadas arbeitet, um zweimal wöchentlich die Zwinger gründlich zu reinigen. Er hat uns noch nie im Stich gelassen und ist selbst im Sommer bei über vierzig Grad oder im Winter bei strömendem Regen immer mit guter Laune bei der Arbeit. Freiwillige Helfer boten sich des öfteren an, sind aber nie lange geblieben oder kamen nur sporadisch. Recht verlassen konnte man sich nicht auf sie. Seit 2003 ist Maite Castrejon fester Bestandteil unserer kleinen Truppe und sie ist ein Glücksfall. Sie hat endlich erreicht, dass wir Hunde nach Schweden und Holland vermitteln konnten. Und sie hat es geschafft die fünf Tierheime Granadas zu einer Plattform zusammen zuschliessen, um bei Fällen von Tierquälerei oder bei Kampagnen gegen das Aussetzen von Tieren usw. geschlossen vorzugehen.
Unseren Hunden geht es mittlerweile viel besser. Kein Hund muss mehr in einem kleinen Zwinger eingesperrt werden. Sie teilen sich meist zu 5 oder 6 Hunden grosse Gehege und die Zwinger dienen als Hundehütten. Die grossen Hunde sind in geräumigen Zwingern untergebracht, einige laufen auf dem Gelände frei herum.
Am 11. 03.2006 gründeten Maite Castrejon, Nieves Gomez (Besitzerin eines Hundesalons) und ich unseren Verein “Ladridos Vagabundos”. Es ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Bis jetzt tragen wir noch all die anfallenden Kosten für das Tierheim ganz alleine. Unser Tierarzt ist geduldig und wartet manchmal viele Monate auf die Begleichung der Rechnungen. Durch das Fehlen von Spenden können wir jedoch nicht alle Operationen durchführen. Nur die ganz dringenden Fälle werden sofort behandelt. Aber nicht nur Geld fehlt, freiwillige, motorisierte Helfer werden dringend benötigt. Wenn wir alleine 50 Hunde säubern und füttern müssen, haben wir wenig Zeit, uns um die Hunde selbst zu kümmern. Ein Glück, dass unser Gelände gross ist, und wir ungefähr 30 Hunde 2 Stunden jeden Tag dort frei laufen lassen können. Die nicht so verträglichen Artgenossen werden in einem abgetrennten Grundstück zu zweit einige Zeit rausgelassen.
Durch die Zusammenarbeit mit der Tierschutzinitiative “Alter Hund na und?” hoffen wir, dass viele unserer Hunde auch die, die schon Jahre bei uns sind, endlich ein neues Zuhause finden.
Kathrin Mertens und Maite Castrejon Granada, September 2007